Fernrohr mit drehbarem Fadenkreuzokular
Fernrohr mit drehbarem Fadenkreuzokular
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| Inventar Nr.:
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APK F 236 |
| Bezeichnung:
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Fernrohr mit drehbarem Fadenkreuzokular |
| Künstler / Hersteller:
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Johann Gottlieb Stegmann (1725 - 1795), Hersteller
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| Datierung:
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vor 1765 |
| Objektgruppe:
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Mikroskop (Optisches Instrument) |
| Geogr. Bezug:
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| Material / Technik:
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Metall - Lackfassung, Glas, Leder / Pergament - Farbfassung |
| Maße:
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79 x 5 x 5 cm (Objektmaß) Objektivlinse bikonvex max. 35,8 mm (Durchmesser) Objektivlinse max. 3,5 mm (Dicke) Objektivlinse ca. 2002-2004 mm (Brennweite) Objektivlinse Abblendung 24 mm (Durchmesser)
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Beschriftungen:
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Signatur: J. Gottf. Stegmann Profesßor Methe a Casßel v Ped.:: 1761 No. 78 (verifiziert);
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Katalogtext:
APK F 236 ist ein Objektivtubus, der zusammen mit dem Okulartubus APK F 234 das Fernrohr mit drehbarem Fadenkreuz bildet.
In den Inventaren ist es bisher als Sonnenmikroskop von Johann Nathanael Lieberkühn geführt worden.
Die Entdeckung der Signatur von J. G. Stegmann (Foto 3) und des drehbaren Fadenkreuzes im Jahr 2026, stellt neben der Provinienz auch die Funktion als Sonnenmikroskop in Frage. Zum drehbaren Fadenkreuz siehe APK F 234.
Vermutlich wurde das Fernrohr bei den Venustransiten am 6. Juni 1761 und 3. Juni 1769 eingesetzt. Dabei wanderte die Venus als kleiner, schwarzer Punkt durch die Sonnenscheibe. Das Ziel der Beobachtung war, die Sonnenparallaxe zu bestimmen, um die Entfernung Erde - Sonne exakt zu bestimmen. Venusdurchgänge sind selten, der nächste findet erst am 11. Dezember 2117 statt.
Der Holztubus ist mit sogenannter Fischhaut bezogen, der bewegliche Objektivteil mit der Linsenfassung besteht aus Messing. Die Objektivlinse ist durch einen Schieber geschützt. Am Tubusteil von F 234 befindet sich das Okular mit Fadenkreuz.
Das Fernrohr ist nicht mehr vollständig. F 234 und F 236 lassen sich nicht durch die Gewindeflansche miteinander verbinden. Da im Inventar von 1888 einerseits mehrere Nummern zusammengefasst wurden, andererseits zwischen den beiden genannten Stücken heute die Nummer F 235 fehlt, könnte ursprünglich noch ein dritter Tubus existiert haben. Dafür spricht auch die große Brennweite der Objektivlinse. Richtet man die beiden vorhandenen Fernrohrteile so aus, dass die Linsenkonfiguratuion korrekt funktioniert, ist der Abstand zwischen den beiden Flanschen 560 Millimeter, was recht gut dem damaligen Maß von zwei Kasseler Fuß entspricht. Möglicherweise war das Fernrohr für eine Expedition vorgesehen. Dafür sprechen die kompakten Transportmaße und die vergleichsweise robuste Ausführung der Messingteile.
(B. Schirmeier, 2019 + F. Trier, 2026)
Siehe auch:
- APK F 234: Fernrohr mit drehbarem Fadenkreuzokular
Letzte Aktualisierung: 02.04.2026